Christina B. 17. Apr. 2010


Chucks, der zeitlose Unisexschuh

Chucks - Ein Phänomen des letzten Jahrhunderts

Chucks – sie sind nicht nur Schuhe, sondern Kultobjekt. Sie begeistern Menschen rund um den Globus, faszinieren seit Jahrzehnten und sind schon mehrfach in modischer Hinsicht von den Toten auferstanden. Immer wieder einmal abgeschrieben, haben die Chucks sich letztlich dann doch ihren Platz im Style-Himmel erkämpft und gehören ohne Zweifel zu den zeitlosesten Klassikern, die die Schuhwelt zu bieten hat.

Aber woher kommt er, dieser Schuh, der keine stilepochalen Grenzen zu kennen scheint? Was macht seine Unvergänglichkeit aus und warum unterliegt er offenbar nicht dem Zahn der Zeit wie so vieles andere in der Modebranche?

Zur Geschichte und Herkunft

Die Chucks, auch Cons oder Connies genannt, haben ihre Wurzeln in der Sport-Szene, genauer gesagt im Basketball. Hierfür wurden sie ursprünglich entwickelt. Seit 1917 jedoch traten sie unter der Marke Converse, die mittlerweile zu Nike gehört, einen weltweiten Siegeszug als Freizeitschuhe an und im Jahr 2008 wurde das 1.000.000.000. (einmilliardste)  Paar verkauft. Diese Erfolgsstory sucht Ihresgleichen.

Der Charakter / Das Image

Ihr modisches Image, also das, was die Chucks ausmacht, ist nahe angelehnt an Themen wie Rebellion, Individualität und persönlichen Ausdruck. Daher haben sich die Schuhe trotz des Wandels der Zeit und des Geschmacks über die Jahrzehnte halten können, genießen einen Kult-Status und konnten Generationen begeistern.

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Diese Generationen und nicht zuletzt Stars aus der Musikszene haben sie die Chucks immer wieder neu entdeckt und „am Leben gehalten“. Besonders in den 1950 er Jahren, als Sneakers ganz groß im Kommen waren und zum Alltagsschuh wurden, sprangen auch die Chucks auf diesen Zug auf. Unter anderem von James Dean und Elvis Presley getragen, erlebten sie einen regelrechten Hype. Auch die Beach Boys trugen sie als die Chuck Taylor All Star Oxford auf den Markt kamen. Mit einer der Gründe für die zunehmende Begeisterung für diese Schuhe war die Möglichkeit, sie mit Kugelschreiber, Filz- oder Lackstift zu beschreiben, was dem Anspruch nach Individualität und dem Wunsch, sich von der Masse zu unterscheiden, entgegen kam und entsprach. Außerdem waren die Schuhe damit ein Zeichen für Andersartigkeit und Rebellion. Ihre Gedanken, politischen Einstellungen und Ideen verewigten gerade die Jugendlichen auf ihren Schuhen, die somit ein Statement ihrer Träger waren. Während der Flower Power Bewegung war es üblich, Blumen in die Ösen der Schnürsenkel zu stecken oder Peace-Zeichen aufzumalen bzw. in Form von Ansteckern an den Schuhen zu befestigen. Danach wurde es zunächst und nur für kurze Zeit ruhig um die Chucks bis sie in den 70er Jahren ihr erstes Revival erlebten. Das beste Bild aus dieser Ära war wohl Mick Jagger bei seiner Hochzeit im grünen Anzug und weißen Chucks.
Neben den Stars der Musikbranche fanden auch zusehends Punks Gefallen an den vielseitigen und bequemen Schuhen. Die Angehörigen der Szene verzierten sie mit Anarchie-Symbolen und trugen die Schuhe – sicher auch als eine Art Statement – bis sie vollkommen auseinander fielen. Bis dahin hielten sie die Chucks bisweilen auch mit Klebeband und Sicherheitsnadeln zusammen. Manch einer trug auch zwei unterschiedlich farbige Schuhe.
Aber wie schon nach der Flower Power Zeit ebbte auch diesmal der Zulauf wieder ab, bis die Chucks im Zusammenhang mit der Grunge-Alternativ-Welle zu Beginn der 90er Jahre und im Zuge der Retroorientierung um 2004 erneut ins Licht der Modewelt traten und ihren Trendanspruch geltend machten. In unserem Jahrtausend prägen sie vor allem den Kleidungsstil der Emos und der Hip Hopper.

Chucks in allen Farben und Varianten

Seit ihrer Entstehungszeit und heute haben sich die Chucks im Wesentlichen kaum verändert. In ihren Grundzügen sind sich die Schuhe immer treu geblieben, wobei sich natürlich Farben und Muster sowie die Vielfalt im Allgemeinen immer weiter entwickelt und ausgedehnt haben.
Grundsätzlich kann man drei Versionen unterscheiden:
1.) Die flachen Chucks (LO, Ox), bei denen die Knöchel frei bleiben, weil die Schuhe keinen Schaft haben. Sie gibt es seit 1957 (bzw. seit 1962, wie die aktuelle Firmengeschichte besagt)
2.) Die hohen Chucks (HI), die mit ihrem Schaft bis über die Knöchel reichen. Sie wurden seit Beginn der Produktion gefertigt.
3.) Die extrahohen Chucks (X-Hi, XX-Hi, Knee-HI, NEEHI), die seit 1985 auf dem Markt sind. Ihr Schaft ist doppelt so hoch wie der der HI, wobei man bei manchen Modellen den Schaft auch auf die Höhe von HI-Chucks herunterkrempeln kann.

Material

Meistens bestehen die Chucks aus Leinenstoff, dem sogenannten Canvas, wobei sie auch in Leder oder andern Stoffen erhältlich sind. Charakteristisch sind die Gummisohlen, die Schnürsenkel in den chromfarbenen Ösen, der Chucks-Aufnäher und die Gummikuppe über den Zehen. Zwei mit Nieten versehene Luftlöcher zieren noch die Innenseite, was den Tragekomfort erhöht und die Schuhe besonders im Sommer luftig macht.

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